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Warum Anfrageformulare abgebrochen werden – und was Funnels daran ändern
VonDominik Pototschnig4Min.

Wenn eine Kampagne Klicks bringt und trotzdem kaum Anfragen ankommen, liegt die Ursache selten in der Anzeige. Sie liegt meistens im Schritt danach. Jemand tippt auf den Link, landet auf einer Seite und sieht dort ein Formular mit Name, E-Mail, Telefon, Unternehmen, Position, Nachricht und Datenschutzhinweis. Genau an dieser Stelle steigen die meisten wieder aus.
Ein Formular ist eine Aufwandsschätzung
Wer ein Formular sieht, überschlägt in einer Sekunde zwei Dinge: Wie lange dauert das, und was bekomme ich dafür. Je mehr Felder gleichzeitig sichtbar sind, desto teurer wirkt die Antwort. Am Smartphone verschärft sich das zusätzlich, weil getippt statt geklickt wird, oft unterwegs und meist mit einer Hand.
Dazu kommt die Reihenfolge. Viele Formulare fragen zuerst das ab, was für den Betrieb bequem ist – Kontaktdaten, Firmierung, gelegentlich gleich die vollständigen Unterlagen – und erst danach das, worum es eigentlich geht. Für die Person am anderen Ende ist das die falsche Richtung. Sie soll etwas hergeben, bevor absehbar ist, ob sich der Aufwand lohnt.
In Bewerbungsprozessen ist der Effekt am deutlichsten sichtbar. Wer Lebenslauf und Anschreiben hochladen soll, bevor er weiß, wie die Schichten liegen und was der Job zahlt, erledigt das nicht in der Mittagspause am Telefon. Er erledigt es meistens gar nicht.
Aufteilen statt streichen
Aus dem Problem führen zwei Wege. Der erste ist Streichen: Jedes Feld muss begründen, warum es im Erstkontakt gebraucht wird. Erfahrungsgemäß überlebt weniger als die Hälfte diese Prüfung, der Rest lässt sich im Gespräch klären.
Der zweite Weg ist Aufteilen. Ein Funnel stellt pro Bildschirm eine Frage, häufig als Auswahl statt als Freitext, mit einer sichtbaren Fortschrittsanzeige. Die Zahl der Fragen sinkt dabei nicht zwingend. Was sich ändert, ist die wahrgenommene Hürde und die Reihenfolge: erst die leichten, für den Interessenten sinnvollen Fragen, dann die Kontaktdaten, wenn bereits ein paar Schritte investiert wurden.
Ein Nebeneffekt ist mindestens so wertvoll wie die Abschlussquote. Sie sehen, an welchem Schritt abgebrochen wird. Ein klassisches Formular meldet nur “abgeschickt” oder “nichts passiert”. Eine mehrstufige Strecke zeigt, ob die Gehaltsfrage, der Standort oder das Feld für die Telefonnummer die Leute vertreibt.
Das Werkzeug dahinter
Für solche Strecken setzen wir in Projekten perspective ein. Die Plattform ist von der mobilen Ansicht her gedacht, Strecken lassen sich ohne Entwicklung aufbauen, Ergebnisse laufen per Schnittstelle in CRM, Newsletter- oder Bewerbermanagement-Systeme weiter, und die Auswertung geht bis auf die einzelne Stufe hinunter.
Der letzte Punkt ist für uns der eigentliche Grund, warum das Werkzeug im Werkzeugkasten bleibt. Nicht weil es hübsche Vorlagen mitbringt, sondern weil es messbar macht, wo eine Anfragestrecke bricht. Alles Weitere – Reihenfolge, Fragen, Text – ist danach Handarbeit.
Wo ein Funnel nicht hilft
Ein Funnel rettet kein schwaches Angebot. Wenn die Stellenanzeige austauschbar ist oder die Leistung im Wettbewerbsumfeld nichts Erkennbares bietet, brechen die Leute anschließend nur strukturierter ab. Angebot, Zielgruppe und Nutzen sind Voraussetzung, nicht Nachtrag.
Mobile Funnels passen außerdem nicht zu jeder Zielgruppe. Bei erklärungsbedürftigen Investitionen, technischen Ausschreibungen oder Entscheidungen, an denen mehrere Personen beteiligt sind, wollen Interessenten Datenblätter, Referenzen und einen Preisrahmen sehen, bevor sie Kontakt aufnehmen – am Desktop, in Ruhe, oft mit einem PDF für Kollegen. Eine Strecke, die Informationen portionsweise ausgibt, wirkt dort dünn.
Eine Funnel-Seite ersetzt auch die eigene Website nicht. Sie läuft auf der Infrastruktur eines Anbieters, spielt in der organischen Suche praktisch keine Rolle und verursacht laufende Kosten. Prüfen Sie vor dem Einsatz, welche Daten dort entstehen, wie Sie sie wieder herausbekommen und ob die datenschutzrechtliche Bewertung für Ihren Anwendungsfall trägt. Diese Prüfung nimmt Ihnen kein Werkzeug ab; sie gehört zu Ihnen und Ihrer Rechtsberatung.
Und mehr Anfragen sind nicht automatisch bessere Anfragen. Wer die Hürde senkt, bekommt auch Kontakte, die nicht passen. Das ist verkraftbar, solange die Nachbearbeitung steht. Wenn niemand am selben oder nächsten Tag zurückmeldet, ist der gewonnene Kontakt ohnehin wieder verloren.
Wie wir vorgehen
Wir messen zuerst die bestehende Strecke, legen eine einzige Kennzahl fest und bauen den Funnel als zweite Variante neben der bisherigen Seite, nicht als Ersatz. Nach einigen Wochen vergleichen wir nicht nur die Abschlussquote, sondern auch die Qualität der eingegangenen Anfragen. Erst dann fällt die Entscheidung, ob die Strecke bleibt, angepasst oder wieder abgeschaltet wird.
Wenn Sie wissen möchten, an welcher Stelle Ihre Anfragen verloren gehen, sehen wir uns Ihr bestehendes Formular gemeinsam an. Ein Erstgespräch dauert eine halbe Stunde und ist unverbindlich.
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